Das Wichtigste in Kürze
- Google wertet Weiterleitungen als starkes, canonical-Tags als starkes, Sitemaps als schwaches Signal für die Hauptadresse.
- Dauerhaft sind 301 und 308, vorübergehend 302, 303 und 307.
- Ziel: jede Variante führt in einem einzigen Schritt auf die Hauptadresse.
- Die robots.txt ist laut Google kein Werkzeug, um Duplikate zu steuern.
Das Problem in einfachen Worten
Für Sie ist beispiel.de dasselbe wie www.beispiel.de. Technisch sind es aber zwei Adressen, und mit http und https werden es vier. Antworten alle vier mit derselben Seite, muss Google selbst entscheiden, welche die richtige ist. Links, die andere auf Ihre Seite setzen, verteilen sich womöglich auf verschiedene Varianten, und in Auswertungen tauchen Ihre Seiten doppelt auf.
Die Lösung ist alt und bewährt: eine Hauptadresse wählen, alle anderen dauerhaft dorthin umleiten. Laut Google ist genau das gemeint, wenn eine Seite unter mehreren Hostnamen erreichbar ist: eine Variante als kanonisch wählen und die anderen dorthin weiterleiten.
Welche Weiterleitung die richtige ist
Weiterleitungen haben eine Nummer, den Statuscode. Für Suchmaschinen macht es einen Unterschied, welche Sie verwenden. Laut Googles Doku zu Weiterleitungen gilt:
| Code | Bedeutung | Wirkung bei Google |
|---|---|---|
| 301 | dauerhaft verschoben | Ziel wird als kanonisch gewertet |
| 308 | dauerhaft verschoben | Ziel wird als kanonisch gewertet |
| 302, 303, 307 | vorübergehend | kein Signal für das Ziel; die alte Adresse kann im Index bleiben |
Serverseitig ist am besten
Google empfiehlt, wann immer möglich, eine serverseitige dauerhafte Weiterleitung. Weiterleitungen per JavaScript oder Meta-Refresh versteht Google zwar auch, sie sind aber die schlechtere Wahl, weil nicht jedes System sie ausführt.
So sieht es richtig aus
Angenommen, Ihre Hauptadresse ist https://www.beispiel.de. Dann sollte es so aussehen:
| Aufgerufen wird | Ergebnis |
|---|---|
| http://beispiel.de | 301 direkt auf https://www.beispiel.de |
| http://www.beispiel.de | 301 direkt auf https://www.beispiel.de |
| https://beispiel.de | 301 direkt auf https://www.beispiel.de |
| https://www.beispiel.de | Status 200, die Seite wird angezeigt |
| https://www.beispiel.de/gibt-es-nicht | Status 404, nicht 200 und nicht die Startseite |
www oder ohne www?
Das ist Geschmackssache. Für Google zählt nicht, welche Variante Sie wählen, sondern dass Sie eine wählen und dabei bleiben. Entscheidend ist, dass Visitenkarten, Fahrzeugbeschriftung, Google-Unternehmensprofil, Verzeichniseinträge und Ihre interne Verlinkung dieselbe Adresse nutzen. Wechseln Sie nicht ohne Grund, denn jede Umstellung braucht wieder Zeit, bis sie überall angekommen ist.
Was das canonical-Tag leistet
Das canonical-Tag ist eine Zeile im Kopf jeder Seite: link rel=canonical mit der Adresse, die als Original gelten soll. Google wertet es als starkes Signal, Sitemaps nur als schwaches. Es ersetzt keine Weiterleitung, ergänzt sie aber – etwa wenn Ihre Seiten mit angehängten Parametern wie ?utm_source=… aufgerufen werden. Kombiniert wirken die Signale am besten.
- Jede Seite verweist auf sich selbst in ihrer Hauptadresse, also mit https und Ihrer www-Wahl.
- Immer vollständige Adressen verwenden; Google rät von relativen Pfaden ab.
- Nicht alle Seiten auf die Startseite zeigen lassen – ein häufiger Fehler bei Themes.
- Keine widersprüchlichen Angaben: Weiterleitung auf A, canonical auf B verwirrt.
- Die robots.txt nicht zum Steuern von Duplikaten verwenden; das rät Google ausdrücklich ab.
Sonderfall: neue Domain oder umgebaute Seiten
Weiterleitungen sind nicht nur für die vier Varianten der Startseite wichtig. Wer eine neue Website baut, ändert oft auch die Adressen der Unterseiten: Aus /leistungen/bad.html wird /badsanierung/. Ohne Weiterleitung landen Besucher, die über alte Links, Lesezeichen oder Verzeichniseinträge kommen, auf einer Fehlerseite, und die Signale der alten Seite gehen verloren.
Legen Sie deshalb vor dem Umzug eine Liste aller alten Adressen an, etwa aus der alten Sitemap oder der Search Console, und ordnen Sie jeder die passende neue Seite zu. Jede alte Adresse bekommt eine 301-Weiterleitung auf ihr inhaltliches Gegenstück, nicht pauschal auf die Startseite. Google rät, dauerhafte Weiterleitungen nur einzusetzen, wenn Sie sicher sind, dass sie nicht zurückgenommen werden. Bei einem Domainwechsel gilt dasselbe für die ganze Domain; lassen Sie die alte Domain dann nicht auslaufen, sondern halten Sie die Weiterleitungen aktiv.
So richten Sie es ein
- Beim Hoster oder im Domain-Bereich nach einer Option wie „HTTPS erzwingen“ oder „Weiterleitung auf www“ suchen; viele Anbieter haben dafür einen Schalter.
- Bei Apache-Servern übernimmt das meist die Datei .htaccess, bei nginx die Server-Konfiguration.
- In WordPress unter Einstellungen die Website-Adresse auf die Hauptadresse setzen.
- Danach alle vier Varianten im Browser oder mit einem Prüfwerkzeug aufrufen und kontrollieren, dass jeweils nur eine Weiterleitung passiert.
- In der Search Console die Hauptadresse als Property anlegen und die Sitemap mit dieser Adresse einreichen.
So hilft der SEO-Check
Weiterleitungsfehler sieht man im Browser nicht, weil er still umleitet. Der technische SEO-Check ruft deshalb die http-Variante und die Variante mit bzw. ohne www gezielt auf und meldet, ob dauerhaft, nur vorübergehend oder gar nicht weitergeleitet wird. Er erkennt Weiterleitungsketten, prüft, ob jede Seite ein canonical-Tag hat, ob es absolut und widerspruchsfrei ist und ob nicht vorhandene Seiten korrekt mit 404 antworten.
Jede zusätzliche Weiterleitung kostet außerdem Ladezeit – mehr dazu im Ratgeber Website schneller machen. Ob die Verschlüsselung selbst sauber eingerichtet ist, klärt HTTPS und Security-Header prüfen. Wenn Sie die Einrichtung abgeben möchten, übernimmt das die Webagentur Scherzinger (webagentur-scherzinger.com).
Häufige Fragen
Ist eine 302-Weiterleitung schlimm?
Für eine dauerhafte Umstellung ist sie die falsche Wahl. Google wertet nur 301 und 308 als Signal, dass das Ziel die neue Hauptadresse ist.
Brauche ich canonical, wenn die Weiterleitungen stimmen?
Es ist eine sinnvolle Ergänzung, etwa für Adressen mit Parametern. Google empfiehlt, die Signale zu kombinieren.
Wie viele Weiterleitungen hintereinander sind in Ordnung?
Ziel ist eine. Ketten wie http → https → www kosten Zeit und lassen sich fast immer zu einem Schritt zusammenfassen.
Quellen
- Google Search Central: Weiterleitungen und die Google-Suche abgerufen am 17.10.2026
- Google Search Central: Doppelte URLs zusammenfassen (Kanonisierung) abgerufen am 17.10.2026